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Schuhsohle kleben: Welcher Kleber, wie es hält
Kurz: Mit einem flexiblen Kontaktkleber für Schuhe, nicht mit Sekunden- oder Heißkleber. Beide Flächen reinigen, trocknen, aufrauen, den Kleber dünn auf beide Seiten auftragen, ablüften lassen, dann kräftig zusammenpressen und aushärten lassen. Bei tragenden Wander- oder Arbeitsschuhen ist der Schuhmacher die sicherere Wahl.
Eine Sohle, die sich an der Spitze oder seitlich löst, ist einer der häufigsten Schäden an Schuhen — und einer der wenigen, die Du zu Hause gut beheben kannst. Ob die Klebung hält, entscheidet sich nicht am Kleber allein, sondern an der Vorbereitung.
Der richtige Kleber
- Kontaktkleber für Schuhe, Leder und Gummi — die Standardwahl. Er wird auf beide Flächen aufgetragen, muss ablüften und hält dann sofort beim Zusammenpressen. Nach dem Aushärten bleibt er elastisch und macht das Abrollen beim Gehen mit.
- Spezialkleber für Kunststoffsohlen. Für Sohlen aus Polyurethan (PU), thermoplastischem Gummi (TR) oder EVA, wie sie in vielen Freizeitschuhen und Sneakern stecken, empfehlen manche Hersteller einen eigenen Kleber oder eine Vorbehandlung mit Primer. Steht auf der Tube, für welche Materialien sie gedacht ist.
- Sekundenkleber — ungeeignet für die Sohle. Er härtet spröde aus und bricht beim ersten Biegen.
- Heißkleber — ebenfalls ungeeignet. Haftet schlecht auf Gummi und verändert sich mit der Temperatur.
Lies die Sicherheitshinweise auf der Tube: Viele Kontaktkleber enthalten Lösungsmittel. Arbeite bei offenem Fenster, nicht in der Nähe von Flammen, und halte Kinder fern.
Was Du außerdem brauchst
- Schleifpapier in mittlerer Körnung
- ein Tuch und etwas Reinigungsmittel zum Entfetten (was für Dein Sohlenmaterial geeignet ist, steht oft auf der Klebertube)
- einen kleinen Spachtel oder alten Pinsel zum Auftragen
- etwas zum Pressen: Schraubzwinge mit Schutzlappen, kräftige Gummibänder, ein schwerer Gegenstand — oder einen Hammer zum Anklopfen
- Kreppband, um den Schaft vor Kleberflecken zu schützen
Schritt für Schritt
- Reinigen. Alten Kleber, Schmutz und Sand aus der Fuge entfernen. Ein Messer oder Spachtel hilft, den alten Kleber abzukratzen, ohne das Leder zu verletzen.
- Trocknen. Der Schuh muss vollständig trocken sein, auch innen in der Fuge. Feuchte Schuhe über Nacht stehen lassen.
- Aufrauen. Beide Klebeflächen mit Schleifpapier anrauen, bis sie matt sind. Glatte, glänzende Flächen sind der häufigste Grund, warum eine Klebung nicht hält.
- Entfetten und wieder trocknen lassen. Danach nicht mehr mit den Fingern anfassen.
- Kleber auftragen — dünn und gleichmäßig auf beide Flächen. Mehr hilft nicht mehr: Eine dicke Schicht bleibt innen weich.
- Ablüften lassen, bis sich der Kleber beim Antippen trocken anfühlt und nicht mehr fädelt. Die Zeit steht auf der Tube.
- Zusammenfügen — einmal, genau. Kontaktkleber verzeiht kein Verrutschen. Von der Spitze zur Ferse andrücken, dann kräftig anklopfen oder pressen.
- Pressen und aushärten lassen. Schraubzwinge mit Schutzlappen, Gummibänder oder Gewicht, am besten über Nacht. Erst danach tragen.
Wenn die ganze Sohle ab ist
Hat sich die Sohle komplett gelöst, geht dasselbe Verfahren, aber das Ausrichten wird schwieriger. Markiere vorher mit Kreide, wo die Sohle sitzen muss. Bei rahmengenähten Schuhen ist eine gelöste Sohle meist ein Zeichen, dass die Naht durch ist — das ist eine Arbeit für den Schuhmacher, kein Klebefall.
Wann Du es lieber lässt
- Wander- und Bergschuhe, auf die Du Dich im Gelände verlassen musst. Eine sich lösende Sohle auf einem Steig ist gefährlich. Manche Hersteller bieten einen Reparaturservice an; der Schuhmacher kann sie oft professionell verkleben oder neu besohlen.
- Sicherheitsschuhe. Sie sind ein geprüftes Schutzprodukt. Reparaturen sollten nur so erfolgen, wie der Hersteller sie vorsieht; frag im Betrieb nach.
- Brüchige, rissige Sohlen. Altes Material, das von selbst zerfällt, lässt sich nicht dauerhaft kleben. Hier hilft nur eine neue Sohle — ob das bei Deinem Schuh geht, steht im Ratgeber Schuhe besohlen lassen.
- Neue Schuhe. Löst sich die Sohle nach kurzer Zeit bei normalem Gebrauch, kann das ein Mangel sein. Dann ist innerhalb von zwei Jahren der Händler zuständig. Klebst Du selbst, machst Du Dir die Reklamation schwer. Mehr dazu: Gewährleistung, Garantie, Kulanz.
Hilfe in Deiner Nähe
Wer nicht allein kleben will, findet Unterstützung im Repair Café in Deiner Nähe — manche Initiativen kümmern sich auch um Schuhe und Taschen; was angeboten wird, steht bei der jeweiligen Initiative. Allgemeine Regeln fürs Reparieren zu Hause stehen im Ratgeber Selbst reparieren.
Häufige Fragen
- Welcher Kleber eignet sich für Schuhsohlen?
- Ein Kontaktkleber, der ausdrücklich für Schuhe, Leder und Gummi gedacht ist. Er bleibt nach dem Aushärten flexibel und macht die Biegung beim Gehen mit. Für Sohlen aus Polyurethan oder thermoplastischem Gummi nennen manche Hersteller einen eigenen Kleber oder einen Primer. Was Dein Kleber kann, steht auf der Tube.
- Hält Sekundenkleber an der Schuhsohle?
- Nur kurz. Sekundenkleber wird hart und spröde und bricht, sobald sich die Sohle beim Gehen biegt. Für einen Riss in einem starren Kunststoffteil kann er taugen, für die Verbindung von Sohle und Schuh nicht.
- Kann ich eine Schuhsohle mit Heißkleber kleben?
- Nicht dauerhaft. Heißkleber haftet auf glatten Gummi- und Kunststoffflächen schlecht, wird in der Kälte spröde und in der Sonne weich. Als Notlösung für einen Abend mag er gehen, als Reparatur nicht.
- Wie lange muss die geklebte Sohle trocknen?
- Das hängt vom Kleber ab und steht auf der Packung. Kontaktkleber halten sofort nach dem Zusammenpressen, erreichen ihre volle Festigkeit aber erst nach einer längeren Aushärtezeit. Lass den Schuh im Zweifel über Nacht gepresst stehen, bevor Du ihn trägst.