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Schuhsohle kleben: Welcher Kleber, wie es hält

Kurz: Mit einem flexiblen Kontaktkleber für Schuhe, nicht mit Sekunden- oder Heißkleber. Beide Flächen reinigen, trocknen, aufrauen, den Kleber dünn auf beide Seiten auftragen, ablüften lassen, dann kräftig zusammenpressen und aushärten lassen. Bei tragenden Wander- oder Arbeitsschuhen ist der Schuhmacher die sicherere Wahl.

Eine Sohle, die sich an der Spitze oder seitlich löst, ist einer der häufigsten Schäden an Schuhen — und einer der wenigen, die Du zu Hause gut beheben kannst. Ob die Klebung hält, entscheidet sich nicht am Kleber allein, sondern an der Vorbereitung.

Der richtige Kleber

Lies die Sicherheitshinweise auf der Tube: Viele Kontaktkleber enthalten Lösungsmittel. Arbeite bei offenem Fenster, nicht in der Nähe von Flammen, und halte Kinder fern.

Was Du außerdem brauchst

Schritt für Schritt

  1. Reinigen. Alten Kleber, Schmutz und Sand aus der Fuge entfernen. Ein Messer oder Spachtel hilft, den alten Kleber abzukratzen, ohne das Leder zu verletzen.
  2. Trocknen. Der Schuh muss vollständig trocken sein, auch innen in der Fuge. Feuchte Schuhe über Nacht stehen lassen.
  3. Aufrauen. Beide Klebeflächen mit Schleifpapier anrauen, bis sie matt sind. Glatte, glänzende Flächen sind der häufigste Grund, warum eine Klebung nicht hält.
  4. Entfetten und wieder trocknen lassen. Danach nicht mehr mit den Fingern anfassen.
  5. Kleber auftragen — dünn und gleichmäßig auf beide Flächen. Mehr hilft nicht mehr: Eine dicke Schicht bleibt innen weich.
  6. Ablüften lassen, bis sich der Kleber beim Antippen trocken anfühlt und nicht mehr fädelt. Die Zeit steht auf der Tube.
  7. Zusammenfügen — einmal, genau. Kontaktkleber verzeiht kein Verrutschen. Von der Spitze zur Ferse andrücken, dann kräftig anklopfen oder pressen.
  8. Pressen und aushärten lassen. Schraubzwinge mit Schutzlappen, Gummibänder oder Gewicht, am besten über Nacht. Erst danach tragen.

Wenn die ganze Sohle ab ist

Hat sich die Sohle komplett gelöst, geht dasselbe Verfahren, aber das Ausrichten wird schwieriger. Markiere vorher mit Kreide, wo die Sohle sitzen muss. Bei rahmengenähten Schuhen ist eine gelöste Sohle meist ein Zeichen, dass die Naht durch ist — das ist eine Arbeit für den Schuhmacher, kein Klebefall.

Wann Du es lieber lässt

Hilfe in Deiner Nähe

Wer nicht allein kleben will, findet Unterstützung im Repair Café in Deiner Nähe — manche Initiativen kümmern sich auch um Schuhe und Taschen; was angeboten wird, steht bei der jeweiligen Initiative. Allgemeine Regeln fürs Reparieren zu Hause stehen im Ratgeber Selbst reparieren.

Häufige Fragen

Welcher Kleber eignet sich für Schuhsohlen?
Ein Kontaktkleber, der ausdrücklich für Schuhe, Leder und Gummi gedacht ist. Er bleibt nach dem Aushärten flexibel und macht die Biegung beim Gehen mit. Für Sohlen aus Polyurethan oder thermoplastischem Gummi nennen manche Hersteller einen eigenen Kleber oder einen Primer. Was Dein Kleber kann, steht auf der Tube.
Hält Sekundenkleber an der Schuhsohle?
Nur kurz. Sekundenkleber wird hart und spröde und bricht, sobald sich die Sohle beim Gehen biegt. Für einen Riss in einem starren Kunststoffteil kann er taugen, für die Verbindung von Sohle und Schuh nicht.
Kann ich eine Schuhsohle mit Heißkleber kleben?
Nicht dauerhaft. Heißkleber haftet auf glatten Gummi- und Kunststoffflächen schlecht, wird in der Kälte spröde und in der Sonne weich. Als Notlösung für einen Abend mag er gehen, als Reparatur nicht.
Wie lange muss die geklebte Sohle trocknen?
Das hängt vom Kleber ab und steht auf der Packung. Kontaktkleber halten sofort nach dem Zusammenpressen, erreichen ihre volle Festigkeit aber erst nach einer längeren Aushärtezeit. Lass den Schuh im Zweifel über Nacht gepresst stehen, bevor Du ihn trägst.

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