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Schuhe besohlen lassen: Welche Schuhe es können
Kurz: Ob sich ein Schuh besohlen lässt, entscheidet die Machart. Rahmengenähte Schuhe lassen sich mehrfach neu besohlen, durchgenähte und viele geklebte Lederschuhe auch, ebenso gute Wanderschuhe. Bei Sneakern mit angespritzter Sohle geht es meist nicht. Bring die Schuhe zum Schuhmacher, bevor Brandsohle oder Rahmen leiden.
Ein guter Lederschuh überlebt mehrere Sohlen. Das ist der eigentliche Grund, warum handwerklich gebaute Schuhe teurer sind: Sie sind darauf ausgelegt, dass die Sohle ein Verschleißteil ist. Bei vielen anderen Schuhen ist die Sohle dagegen fest mit dem Rest verbunden. Wer weiß, was er trägt, weiß auch, ob sich der Weg zum Schuhmacher lohnt.
Die Machart erkennen
- Rahmengenäht. Um den Schuh läuft ein schmaler Lederstreifen, der Rahmen, auf dem eine sichtbare Naht sitzt. Die Sohle ist an diesen Rahmen genäht, nicht an den Schaft. Der Schuhmacher trennt die alte Sohle ab und näht eine neue an — mehrfach im Leben eines Schuhs möglich.
- Durchgenäht. Die Naht geht von innen durch Brandsohle und Laufsohle; innen im Schuh siehst Du sie unter der Decksohle. Besohlbar, wenn der Schuhmacher die passende Maschine hat.
- Geklebt. Die Sohle ist mit dem Schaft verklebt, ohne Naht. Viele geklebte Lederschuhe lassen sich trotzdem neu besohlen; wie oft, hängt vom Zustand des Schafts ab.
- Angespritzt oder vulkanisiert. Die Sohle wurde in flüssigem Zustand an den Schaft gegossen oder unter Hitze aufgebracht — typisch für Sneaker, Gummistiefel, viele Freizeitschuhe. Eine komplett neue Sohle ist meist nicht möglich. Teilreparaturen gehen: Fersenkappe aufbauen, Laufsohle flicken, abgelöste Kanten kleben.
Unsicher? Der Schuhmacher sieht es in Sekunden. Häufig steht die Machart auch beim Hersteller in der Produktbeschreibung.
Der richtige Zeitpunkt
Absätze nutzen sich an der Außenkante zuerst ab. Ist der Absatzflecken — die oberste Lage — durch, wird es Zeit; ein neuer Flecken ist eine kleine Arbeit. Läufst Du weiter, frisst sich die Abnutzung in den Absatz selbst, und die Haltung beim Gehen leidet.
Laufsohlen werden an der Ballenstelle dünn. Drück mit dem Daumen von unten: Gibt die Sohle dort deutlich nach, ist sie fast durch. Ein Loch in der Laufsohle lässt Wasser an die Brandsohle, und die verformt sich oder wird brüchig. Dann ist aus der Besohlung eine größere Reparatur geworden.
Was der Schuhmacher noch kann
- Absätze und Absatzflecken erneuern
- Vorsohlen oder Halbsohlen aufbringen — eine dünne Gummisohle über die Ledersohle, die Lederlaufsohlen schont und rutschfester macht
- abgelöste Sohlen und Kanten neu verkleben
- Nähte am Schaft reparieren, Fersenfutter erneuern (die durchgescheuerte Stelle innen an der Ferse)
- Reißverschlüsse an Stiefeln tauschen — dazu mehr im Ratgeber Reißverschluss reparieren
- Schuhe weiten, Leder pflegen und färben
Wo Du besohlen lässt
Beim Schuhmacher um die Ecke, wenn es noch einen gibt. Er sieht den Schuh, kann Dir sagen, was geht, und Dir einen Preis nennen. Frag nach dem Sohlenmaterial (Leder, Gummi, Profilsohle) — die Wahl ändert, wie der Schuh sich trägt.
Beim Schnellservice im Einkaufszentrum oder Bahnhof. Absätze und kleine Arbeiten gehen dort oft sofort; für eine komplette Neubesohlung rahmengenähter Schuhe ist ein Schuhmacher mit Werkstatt meist besser ausgestattet.
Per Versand. Es gibt Schuhmacher und Reparaturdienste, die bundesweit per Paket arbeiten — praktisch, wenn vor Ort niemand mehr ist. Für Wander- und Bergschuhe bieten manche Hersteller einen eigenen Besohlungsservice an oder nennen Partnerbetriebe. Frag bei Deinem Hersteller nach; der Service hängt oft vom Modell ab.
Lohnt sich das?
Konkrete Preise nennen wir nicht — sie hängen von Schuh, Sohle und Werkstatt ab, und was heute stimmt, ist morgen falsch. Lass Dir vorher einen Preis nennen; wie verbindlich ein Kostenvoranschlag ist, steht im Ratgeber Kostenvoranschlag bei Reparaturen. Als grobe Richtung: Ein Paar, das gut sitzt und dessen Schaft in Ordnung ist, ist das Besohlen meist wert. Unsere Faustregel für die Abwägung steht im Ratgeber Reparieren oder neu kaufen?
Kleine Sachen selbst machen
Eine Sohle, die sich an der Spitze löst, kannst Du oft selbst kleben — mit dem richtigen Kleber und etwas Geduld. Wie das geht und wann es die falsche Idee ist, steht im Ratgeber Schuhsohle kleben. Und wenn Du lieber mit Hilfe reparierst: Manche Repair Cafés in Deiner Nähe haben Leute, die sich mit Schuhen und Leder auskennen.
Neu gekauft und schon kaputt?
Löst sich die Sohle bei normalem Gebrauch nach kurzer Zeit, kann das ein Mangel sein. Dann ist in den ersten zwei Jahren der Händler zuständig, nicht der Schuhmacher und nicht Dein Geldbeutel. Mehr dazu im Ratgeber Gewährleistung, Garantie, Kulanz.
Häufige Fragen
- Welche Schuhe kann man neu besohlen lassen?
- Am besten rahmengenähte Schuhe: Die Sohle ist an einen umlaufenden Lederrahmen genäht und lässt sich mehrfach erneuern, ohne den Schaft anzufassen. Auch durchgenähte und viele geklebte Lederschuhe sowie hochwertige Wander- und Bergschuhe lassen sich besohlen. Bei Sneakern mit angespritzter oder einvulkanisierter Sohle ist das meist nicht oder nur eingeschränkt möglich — dort hilft der Schuhmacher eher mit Flicken an Ferse und Laufsohle.
- Wann sollte ich Schuhe zum Besohlen bringen?
- Bevor die Brandsohle oder der Rahmen beschädigt ist. Absätze lässt Du am besten schon tauschen, wenn der Absatzflecken abgelaufen ist und bevor der Absatz selbst schief wird. Bei der Laufsohle ist der Zeitpunkt gekommen, wenn sie an der Ballenstelle dünn wird oder ein Loch hat. Wer zu lange wartet, macht aus einer Besohlung eine größere Reparatur.
- Kann ich Schuhe online besohlen lassen?
- Ja, es gibt Schuhmacher und Reparaturdienste, die per Paket arbeiten: Du schickst die Schuhe ein, bekommst einen Kostenvoranschlag und die Schuhe repariert zurück. Für Wanderschuhe bieten manche Hersteller einen eigenen Besohlungsservice an oder nennen Partnerbetriebe. Frag nach Dauer, Versandkosten und ob der Kostenvoranschlag etwas kostet.