Reparatur-Verzeichnis

Start › Ratgeber › Reißverschluss reparieren: Zipper, Zähne, Band

Reißverschluss reparieren: Zipper, Zähne, Band

Kurz: Die meisten Defekte sitzen im Schieber, nicht im Reißverschluss. Geht er hinter dem Zipper wieder auf, ist der Schieber ausgeleiert — zusammendrücken oder tauschen. Klemmt er, hilft Grafit oder Wachs. Ist der Zipper auf einer Seite herausgesprungen, wird er neu eingefädelt. Nur wenn Zähne fehlen oder das Band gerissen ist, muss ein neuer Reißverschluss rein.

Erst bestimmen, was kaputt ist

Welche Art Reißverschluss?

Es gibt drei Bauarten: Spiral- oder Nylonreißverschlüsse mit einer durchgehenden Kunststoffspirale (Kissen, Kleider, Taschen), Kunststoffzähne mit einzelnen gegossenen Zähnen (Jacken, Rucksäcke) und Metallzähne (Jeans, Lederjacken, Stiefel). Dazu kommt die Frage, ob er teilbar ist — wie an einer Jacke, die ganz aufgeht — oder unten fest verbunden. Auf der Rückseite vieler Schieber steht eine Zahl: die Größe. Merk sie Dir, bevor Du Ersatz kaufst.

Er geht hinter dem Zipper wieder auf

Der Schieber drückt die Zähne beim Schließen ineinander. Mit der Zeit weitet sich sein Kanal, und die Zähne greifen nicht mehr fest. Bei Metallschiebern hilft oft dieser Kniff: Schieber ganz nach unten fahren, mit einer Zange die hintere Öffnung (die Seite, aus der der geschlossene Reißverschluss herauskommt) von beiden Seiten minimal zusammendrücken. Wenig Kraft, gleichmäßig, dann testen — zu viel, und der Schieber klemmt oder bricht. Bei Kunststoffschiebern funktioniert das selten. Dann ist ein neuer Schieber die Lösung.

Er klemmt

  1. Eingeklemmten Stoff vorsichtig herausziehen, den Schieber dabei leicht zurückschieben. Nicht mit Gewalt nach vorn ziehen.
  2. Schmutz und Salz (Strand, Winterstreusalz) mit einer weichen Bürste und lauwarmem Wasser auswaschen.
  3. Gleitmittel: Mit einer weichen Bleistiftmine über die Zähne fahren (Grafit), oder ein Stück Kerzenwachs oder trockene Seife. Bei Kleidung, die gewaschen wird, sparsam — Wachs kann Flecken machen.

Zipper auf einer Seite herausgesprungen

Bei nicht teilbaren Reißverschlüssen den Schieber ganz nach unten zum Endstück schieben. Dort liegen beide Zahnreihen dicht beieinander, und die herausgesprungene Seite lässt sich oft wieder in den Kanal drücken. Ein bekannter Trick: eine Gabel mit den Zinken so über die Zähne setzen, dass sie die Reihe führen, und den Schieber darüber ziehen.

Klappt das nicht, geht es von oben: Viele Reißverschlüsse haben am oberen Ende kleine Metallklammern, die Endstopper. Einen davon vorsichtig mit einer Zange aufbiegen oder abnehmen, den Schieber oben abziehen, beide Seiten gleich lang neu einfädeln, Schieber ein Stück schließen und einen neuen Endstopper setzen. Ersatzstopper gibt es im Nähbedarf.

Bei teilbaren Reißverschlüssen an Jacken springt der Schieber meist unten heraus, wenn das Steckteil nicht ganz im Kästchen sitzt. Steckteil bis zum Anschlag einführen, dann ziehen.

Neuen Schieber aufsetzen

Ersatzschieber gibt es einzeln oder als Sortiment. Sie müssen in Bauart und Größe zum Reißverschluss passen. Abnehmen und Aufsetzen geht über den oberen Endstopper wie oben beschrieben. Bei manchen Ersatzschiebern lässt sich der Schieber auch seitlich aufklipsen; das ist schneller, hält aber oft weniger lange. Für die Lasche allein gibt es Ersatzanhänger, die eingehakt werden — notfalls tut es ein kleiner Schlüsselring.

Wann ein neuer Reißverschluss nötig ist

Fehlen mehrere Zähne, ist die Spirale gerissen, hat sich das Band vom Stoff gelöst oder ist das untere Steckteil einer Jacke abgerissen, muss der ganze Reißverschluss getauscht werden. An Hosen und Kissen geht das mit Nähmaschine und etwas Übung selbst. An Jacken mit Futter, Leder, Stiefeln, Koffern und Rucksäcken ist es eine Arbeit für Profis: Änderungsschneidereien übernehmen Kleidung, Schuhmacher Stiefel und Lederwaren, spezialisierte Werkstätten Koffer und Taschen. Frag vorher nach dem Preis — mehr dazu im Ratgeber Kostenvoranschlag bei Reparaturen.

Bei Markenkoffern und Outdoor-Ausrüstung lohnt ein Blick in die Garantiebedingungen: Manche Hersteller reparieren Reißverschlüsse im Rahmen ihrer Garantie oder gegen Entgelt. In den ersten zwei Jahren nach dem Kauf ist bei einem Mangel ohnehin der Händler zuständig — siehe Gewährleistung, Garantie, Kulanz.

Hilfe finden

Für die erste Reparatur mit Anleitung ist das Repair Café in Deiner Nähe ein guter Ort; viele Initiativen reparieren Kleidung und Textilien. Löcher, Nähte und Knöpfe behandelt der Ratgeber Kleidung reparieren, Stiefel mit kaputter Sohle der Ratgeber Schuhe besohlen lassen.

Häufige Fragen

Der Zipper ist auf einer Seite rausgesprungen. Wie fädle ich ihn wieder ein?
Bei einem nicht teilbaren Reißverschluss (Hose, Tasche, Kissen) Schieber ganz nach unten zum Endstück schieben und die herausgerutschte Seite dort wieder in den Kanal drücken; mit einer Gabel, deren Zinken die Zähne führen, gelingt das oft leichter. Lässt sich der Schieber oben abnehmen, weil der Endstopper fehlt oder gelöst werden kann, fädelst Du beide Seiten von oben neu ein und setzt danach einen neuen Endstopper.
Warum geht mein Reißverschluss hinter dem Zipper wieder auf?
Fast immer, weil der Schieber ausgeleiert ist: Sein Kanal hat sich geweitet und drückt die Zähne nicht mehr fest genug ineinander. Bei Metallschiebern hilft es oft, den Schieber an der hinteren Öffnung mit einer Zange vorsichtig und gleichmäßig von beiden Seiten etwas zusammenzudrücken. Wirkt das nicht, einen neuen Schieber in derselben Größe einsetzen.
Kann ich nur den Zipper tauschen?
Ja, wenn Band und Zähne in Ordnung sind. Ersatzschieber gibt es einzeln oder als Set. Entscheidend ist die Größe: Sie steht bei vielen Schiebern als Zahl auf der Rückseite. Außerdem muss die Art passen — Spirale, Kunststoffzähne oder Metallzähne. Der alte Schieber wird über den oberen Endstopper abgenommen, der neue aufgefädelt, dann ein neuer Endstopper gesetzt.

Alle Ratgeber →