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Kühlschrank kühlt nicht mehr: Was Du prüfen kannst

Kurz: Erst die einfachen Dinge: Regler, Tür und Dichtung, Lüftung hinter dem Gerät, Eis am Verdampfer. Viele Ausfälle sind damit behoben. Läuft der Kompressor nicht an oder läuft er dauernd, ohne zu kühlen, liegt der Fehler an Elektronik, Relais oder Kältekreislauf — und der Kältekreislauf ist Sache eines Fachbetriebs.

Lebensmittel zuerst

Wenn der Kühlschrank warm wird, gilt: Tür zu lassen, so wenig öffnen wie möglich. Ein voller, geschlossener Kühlschrank hält die Kälte eine Weile. Empfindliche Lebensmittel — Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Reste — wandern in eine Kühlbox oder zu Nachbarn. Was zu warm geworden ist, beurteilst Du nach Geruch, Aussehen und Mindesthaltbarkeit; bei rohem Fleisch und Fisch im Zweifel wegwerfen.

Die einfachen Ursachen

  1. Regler verstellt. Beim Einräumen dreht man schnell versehentlich am Rad. Bei Geräten mit Display: Urlaubs- oder Demomodus eingeschaltet? Im Demomodus leuchtet alles, aber der Kompressor läuft nicht.
  2. Tür schließt nicht. Ein Glas, eine Schublade, ein überladenes Türfach drückt die Tür einen Spalt auf. Steht das Gerät schief, fällt die Tür nicht von selbst zu.
  3. Türdichtung. Den Papiertest machen: Ein Blatt Papier einklemmen, Tür schließen, ziehen. Rutscht es ohne Widerstand heraus, schließt die Dichtung an dieser Stelle nicht. Dichtungen lassen sich reinigen und oft als Ersatzteil tauschen.
  4. Lüftung. Ein Kühlschrank gibt die Wärme über die Rückseite oder den Sockel ab. Steht er zu dicht an der Wand, unter einem Hängeschrank ohne Lüftungsschlitz oder neben dem Herd, schafft er es nicht. Staub auf dem Verflüssiger (Gitter hinten) wirkt wie eine Decke — vorsichtig absaugen, Stecker vorher ziehen.
  5. Raumtemperatur. Auf dem Typenschild steht eine Klimaklasse (SN, N, ST oder T). Sie gibt an, für welche Umgebungstemperaturen das Gerät gebaut ist. Ein Kühlschrank in einer unbeheizten Garage oder auf einem heißen Dachboden kann außerhalb seines Bereichs arbeiten — dann kühlt er schlecht oder gar nicht.

Eis am Verdampfer

Bei Geräten ohne No-Frost bildet sich an der Rückwand innen eine Eisschicht. Wird sie dick, kühlt das Gerät schlechter. Bei No-Frost-Geräten sitzt der Verdampfer verdeckt; vereist er, weil die automatische Abtauung gestört ist, kommt keine kalte Luft mehr im Kühlraum an — typisch: Gefrierfach kalt, Kühlraum warm.

Was Du tust: Gerät ausräumen, Stecker ziehen, Türen offen lassen und komplett abtauen lassen, mit Handtüchern und einer Schale für das Tauwasser. Kein Messer, kein Schraubendreher am Eis — ein angestochenes Rohr im Verdampfer ist ein Totalschaden. Kühlt das Gerät danach wieder und vereist nach einigen Tagen erneut, ist die Abtauautomatik defekt (Heizung, Fühler, Zeitschaltung). Das prüft der Kundendienst.

Wasser im Kühlschrank

Steht Wasser unter dem Gemüsefach, ist meist die Tauwasserrinne an der Rückwand verstopft. Das kleine Loch unten in der Rinne mit dem Reinigungsstift, der vielen Geräten beiliegt, oder einem Pfeifenreiniger vorsichtig freimachen. Ein gurgelndes oder plätscherndes Geräusch ist bei vielen Kühlgeräten dagegen normal: Das ist das Kältemittel im Kreislauf.

Wenn der Kompressor nicht will

Der Kompressor sitzt hinten unten. Läuft er, hörst Du ein gleichmäßiges Brummen, und das Rohr an ihm wird warm. Drei Bilder:

Alle drei Fälle sind Arbeit für den Kundendienst oder eine Kältefachwerkstatt.

Die Grenze: der Kältekreislauf

Kältemittel nachfüllen, Rohre löten, einen Kompressor tauschen — das ist nichts für zu Hause. Viele Haushaltskühlgeräte arbeiten mit brennbarem Kältemittel, und Arbeiten am Kreislauf verlangen eine besondere Qualifikation. Riecht es ungewohnt oder zischt es nach einer Beschädigung: Stecker ziehen, Fenster auf, keine offenen Flammen, Kundendienst rufen. Unser Ratgeber Selbst reparieren zieht die Grenze für alle Geräte.

Kundendienst, Recht, Kosten

Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den Produktgruppen mit Reparaturpflicht des Herstellers seit dem 31. Juli 2026, auch nach der Gewährleistung, gegen angemessenes Entgelt — mehr auf der Seite Kühl- und Gefriergeräte reparieren lassen. Den Kundendienst Deiner Marke findest Du über die Markensuche, etwa bei Liebherr, Bosch oder Samsung. Lass Dir vor dem Auftrag einen Kostenvoranschlag geben. Ob sich eine größere Reparatur an einem alten Gerät noch lohnt, beantwortet die Faustregel im Ratgeber Reparieren oder neu kaufen?

Häufige Fragen

Der Kühlschrank kühlt nicht mehr, das Gefrierfach aber schon. Woran liegt das?
Bei Geräten mit einem gemeinsamen Kältekreislauf wird der Kühlraum oft über einen Luftstrom aus dem Gefrierteil mitgekühlt. Ist der Verdampfer vereist, der Ventilator defekt oder eine Luftklappe blockiert, bleibt der Kühlraum warm, während das Gefrierfach kalt ist. Ein vollständiges Abtauen behebt eine Vereisung oft vorübergehend; kommt der Fehler wieder, sollte der Kundendienst die Abtauautomatik prüfen.
Licht geht, aber der Kühlschrank kühlt nicht. Was ist kaputt?
Das Licht zeigt nur, dass Strom ankommt. Kühlt das Gerät nicht, obwohl der Regler richtig steht, kann der Kompressor nicht anlaufen — wegen eines defekten Anlaufrelais, Thermostats oder Temperaturfühlers, einer Störung der Elektronik oder eines Kompressorschadens. Klickt es am Kompressor hinten unten regelmäßig, ohne dass er anläuft, ist das ein typisches Zeichen. Das prüft der Kundendienst.
Darf ich Kältemittel selbst nachfüllen?
Nein. Arbeiten am Kältekreislauf gehören in einen Fachbetrieb mit entsprechender Qualifikation. Viele Haushaltskühlgeräte arbeiten mit brennbarem Kältemittel; ein Leck im Kreislauf ist außerdem selten mit Nachfüllen behoben. Wenn Du ein Zischen hörst, einen Geruch bemerkst oder ein Rohr beschädigt hast: Stecker ziehen, lüften, Kundendienst rufen.

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