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Handy-Akku tauschen: Wann, wo und was ab 2027 gilt
Kurz: Tauschen lohnt, wenn der Akku nicht mehr durch den Tag kommt, das Handy bei Restladung abschaltet oder sich der Akku wölbt — Letzteres sofort. Den Tausch machen Hersteller, freie Werkstätten oder Du selbst mit Ersatzteil. Ab dem 18. Februar 2027 verlangt die EU-Batterieverordnung, dass neue Geräte einen vom Nutzer tauschbaren Akku haben, mit Ausnahmen.
Woran Du einen müden Akku erkennst
- Die Laufzeit bricht ein. Was früher bis abends hielt, ist mittags leer — ohne dass Du das Handy anders nutzt.
- Abschalten bei Restladung. Das Handy geht bei 20 oder 30 Prozent einfach aus, besonders in der Kälte oder unter Last (Kamera, Navigation).
- Die Leistung sinkt. Manche Hersteller drosseln die Leistung, wenn der Akku die Spitzenlast nicht mehr liefert. Das Handy wirkt dann langsam, obwohl der Prozessor in Ordnung ist.
- Der Akku wird heiß beim normalen Laden.
- Er wölbt sich. Das Display hebt sich an einer Kante, die Rückseite steht ab. Das ist kein Verschleiß mehr, sondern ein Sicherheitsproblem.
Viele Handys zeigen den Zustand des Akkus in den Einstellungen an, meist unter „Akku" oder „Batterie" und dort unter einem Punkt wie „Batteriezustand" oder „Akkuzustand". Wo genau, hängt von Hersteller und Systemversion ab. Als Orientierung taugt eine EU-Vorgabe: Für Smartphones, die seit dem 20. Juni 2025 neu auf den Markt kommen, muss der Akku laut EU-Kommission nach 800 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner Anfangskapazität haben. Liegt Deiner deutlich darunter, ist er verbraucht.
Der aufgeblähte Akku: sofort handeln
Ein Lithium-Akku, der sich wölbt, hat Gas gebildet. Er kann sich bei Druck, Beschädigung oder Überhitzung entzünden. Deshalb: nicht mehr laden, nicht auf das Display drücken, nicht selbst aufhebeln. Ausschalten, auf eine nicht brennbare Unterlage legen, in die Werkstatt bringen. Für den Versand gelten bei beschädigten Lithium-Akkus besondere Regeln — frag beim Hersteller oder der Werkstatt nach, bevor Du ein solches Gerät einfach in ein Paket steckst.
Wer tauscht den Akku?
Der Hersteller. Bei Apple, Samsung, Google und anderen gibt es Akkutausch über den eigenen Service oder Vertragspartner. Smartphones gehören zu den Geräten mit Reparaturpflicht des Herstellers: Seit dem 31. Juli 2026 muss er auf Verlangen reparieren, auch nach der Gewährleistung, gegen angemessenes Entgelt, und er muss Richtpreise für typische Reparaturen veröffentlichen. Wo Du den Kundendienst Deiner Marke findest, steht in der Markensuche — zum Beispiel bei Apple, Samsung oder Fairphone, das seine Ersatzteile ausdrücklich zum Selbsteinbau verkauft.
Die freie Werkstatt. Ein Akkutausch gehört zu den Standardreparaturen und dauert bei vielen Modellen nicht lange. Frag, ob ein Originalakku oder ein kompatibler eingebaut wird, und ob es eine Garantie auf den Akku gibt. Einige Hersteller zeigen nach dem Tausch mit einem nicht originalen Akku einen Hinweis in den Einstellungen oder blenden die Zustandsanzeige aus. Das beeinträchtigt die Funktion nicht, sollte Dir aber vorher klar sein.
Du selbst. Bei Geräten mit verklebtem Akku ist das machbar, aber nichts für den ersten Versuch: Kleberstreifen, Wärme, Hebelwerkzeug aus Kunststoff, und an keiner Stelle ein spitzes Metallwerkzeug in den Akku. Wer unsicher ist, geht ins Repair Café in Deiner Nähe — aber nur, wenn die Initiative Smartphone-Reparaturen anbietet. Werkzeug und Vorgehen erklärt der Ratgeber Selbst reparieren.
Was ab dem 18. Februar 2027 gilt
Die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 regelt in Artikel 11 die „Entfernbarkeit und Austauschbarkeit" von Gerätebatterien. Wer Produkte mit eingebauten Gerätebatterien in Verkehr bringt, muss dafür sorgen, dass Endnutzer sie während der gesamten Lebensdauer leicht entfernen und austauschen können. „Leicht" heißt laut Verordnung: mit handelsüblichem Werkzeug, ohne Spezialwerkzeug (außer es liegt kostenlos bei), ohne Wärme und ohne Lösungsmittel. Dazu gehören eine Anleitung und Sicherheitsinformationen, dauerhaft online.
Drei Dinge solltest Du dazu wissen. Erstens gilt die Pflicht für Geräte, die ab dem Stichtag in Verkehr gebracht werden — Dein heutiges Handy bekommt dadurch keinen Wechselakku. Zweitens betrifft sie die ganze Batterie, nicht einzelne Zellen. Drittens nennt die Verordnung Ausnahmen; ob ein bestimmtes Modell darunter fällt, steht beim Hersteller. Warten lohnt deshalb nur, wenn Du ohnehin ein neues Gerät kaufen willst.
Gewährleistung und Akku
Ein Akku altert mit jeder Ladung; normaler Kapazitätsverlust ist kein Mangel. Fällt er aber schon nach kurzer Zeit deutlich ab oder bläht er sich auf, kann das ein Mangel sein, für den in den ersten zwei Jahren der Händler einsteht. Wie Du das geltend machst, steht im Ratgeber Gewährleistung, Garantie, Kulanz.
Den neuen Akku schonen
- Hitze meiden: nicht in der Sonne laden, nicht unter dem Kopfkissen, keine Hülle, die beim Schnellladen staut.
- Wenn Dein Handy eine Ladebegrenzung oder optimiertes Laden anbietet, schalte sie ein.
- Ein Ladegerät, das zum Gerät passt — kein namenloses Netzteil ohne Kennzeichnung.
Vor der Abgabe in die Werkstatt: Daten sichern. Die Liste dafür steht im Ratgeber Handy zur Reparatur. Alles zur Geräteart steht auf der Seite Smartphones reparieren lassen.
Häufige Fragen
- Ab wann muss man den Handy-Akku selbst tauschen können?
- Artikel 11 der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 gilt ab dem 18. Februar 2027. Ab dann müssen Geräte mit eingebauten Gerätebatterien so gebaut sein, dass Endnutzer den Akku mit handelsüblichem Werkzeug entfernen und tauschen können — ohne Spezialwerkzeug, Wärme oder Lösungsmittel. Die Pflicht trifft Geräte, die ab diesem Tag in Verkehr gebracht werden, nicht Dein jetziges Handy, und die Verordnung kennt Ausnahmen.
- Ab wie viel Prozent sollte ich den Akku tauschen?
- Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht. Als Orientierung taugt die EU-Vorgabe für neue Smartphones: Der Akku muss nach 800 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner Anfangskapazität haben. Liegt Deiner deutlich darunter und reicht er nicht mehr durch den Tag, lohnt der Tausch. Ein aufgeblähter Akku gehört sofort getauscht, egal was die Anzeige sagt.
- Lohnt sich ein Akkutausch noch?
- Meist ja, solange das Handy noch Sicherheitsupdates bekommt. Der Akku ist das Verschleißteil, das ein sonst gutes Gerät am häufigsten unbrauchbar erscheinen lässt. Ein Tausch ist in der Regel deutlich günstiger als ein neues Gerät und gibt die Laufzeit zurück.
- Darf ich ein Handy mit aufgeblähtem Akku noch laden?
- Nein. Ein aufgeblähter Lithium-Akku ist beschädigt und kann sich entzünden. Nicht mehr laden, nicht drücken, nicht selbst öffnen — ausschalten, auf eine nicht brennbare Unterlage legen und zügig zur Werkstatt oder zum Hersteller bringen.
Rechtsstand 5. Oktober 2026: Verordnung (EU) 2023/1542 (EUR-Lex), Angaben der EU-Kommission zu Smartphones und Tablets. Keine Rechtsberatung.