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Handy zur Reparatur: Daten sichern und schützen
Kurz: Vor jeder Abgabe eine vollständige Sicherung machen, die Zwei-Faktor-Codes auf ein anderes Gerät übertragen, SIM und Speicherkarte herausnehmen und — wenn Dein Handy das kann — den Reparatur- oder Wartungsmodus einschalten. Den Entsperrcode musst Du nicht herausgeben. Danach prüfst Du, ob alles wieder da ist.
Ein Display- oder Akkutausch löscht normalerweise keine Daten. Aber „normalerweise" reicht nicht, wenn es um die Fotos der letzten fünf Jahre geht. Arbeiten an der Hauptplatine, ein Austauschgerät statt Reparatur oder ein Werksreset zum Testen — und alles ist weg. Viele Werkstätten schließen die Haftung für Daten in ihren Bedingungen aus. Diese Liste brauchst Du einmal, am Abend vor der Abgabe.
1. Vollständig sichern
- Systemsicherung. iPhones sichern in die iCloud oder auf den Rechner, Android-Geräte in das Google-Konto oder über die Software des Herstellers. Prüf nach der Sicherung, ob das Datum stimmt.
- Fotos und Videos. Sind sie wirklich in der Cloud — oder nur „optimiert" und die Originale liegen auf dem Gerät? Im Zweifel zusätzlich auf den Rechner kopieren.
- Messenger. Chatverläufe stecken bei vielen Messengern nicht in der Systemsicherung. Starte in den Einstellungen des Messengers eine eigene Sicherung.
- Notizen, Sprachaufnahmen, Dateien aus Apps, die nicht in die Cloud synchronisieren.
2. Zwei-Faktor-Codes nicht vergessen
Der häufigste Schreckmoment nach einer Reparatur: Die Authenticator-App ist leer, und ohne Code kommst Du nicht mehr ins Bankkonto, ins E-Mail-Postfach, in den Arbeitszugang. Übertrage die Einträge vorher auf ein zweites Gerät oder notiere die Wiederherstellungscodes der wichtigsten Dienste. Prüf auch, ob Deine Banking-App an das Gerät gebunden ist — dann brauchst Du nach einem Gerätetausch eventuell einen neuen Aktivierungsbrief.
3. Reparatur- oder Wartungsmodus
Einige Hersteller haben einen eigenen Modus für die Reparatur. Bei Google Pixel heißt er Reparaturmodus, bei Samsung Galaxy Wartungsmodus. Die Werkstatt bekommt dann eine leere Oberfläche zum Testen und kommt nicht an Deine Fotos, Nachrichten und Konten. Wichtig: Der Modus schützt die Privatsphäre, nicht vor Datenverlust. Die Sicherung aus Schritt 1 ersetzt er nicht.
4. Entsperrcode: geben oder nicht?
Viele Werkstätten fragen danach, um nach der Reparatur Touch, Kamera, Lautsprecher und Sensoren zu prüfen. Eine Pflicht, ihn herauszugeben, gibt es nicht. Wenn Dein Handy keinen Reparaturmodus hat, gibt es drei Möglichkeiten: Du bleibst beim Test dabei, Du setzt das Gerät nach der Sicherung zurück, oder Du gibst den Code und änderst ihn danach. Für Geräte, die gar nicht mehr starten, stellt sich die Frage ohnehin nicht.
5. Diebstahlschutz, SIM, Speicherkarte
- „Wo ist?" bzw. „Mein Gerät finden" — viele Hersteller verlangen, dass es vor der Annahme aus ist. Sonst lässt sich das Gerät nach dem Tausch von Teilen nicht einrichten. Was Dein Hersteller verlangt, steht in seiner Reparaturanleitung; den Weg dorthin findest Du über die Markensuche, etwa bei Apple, Samsung oder Google.
- SIM-Karte und Speicherkarte herausnehmen. Die Werkstatt braucht beide nicht.
- eSIM. Bei einem Gerätetausch oder Reset musst Du sie eventuell neu beim Anbieter anfordern. Kläre vorher, wie das bei Deinem Tarif geht, damit Du nicht ohne Nummer dastehst.
- Hülle und Schutzglas abnehmen, wenn die Werkstatt das verlangt; sonst sind Kratzer hinterher schwer zuzuordnen.
6. Bei der Abgabe
- Lass Dir einen Auftragsschein mit Gerät, IMEI oder Seriennummer und beschriebenem Fehler geben.
- Fotografiere das Gerät von allen Seiten, besonders vorhandene Kratzer.
- Kläre den Preis vorher — wie der Kostenvoranschlag funktioniert und wann er etwas kosten darf, steht im eigenen Ratgeber.
- Frag, ob ein Originalteil eingebaut wird und ob es eine Garantie auf die Reparatur gibt.
7. Nach der Rückgabe
- Reparaturmodus beenden oder Sicherung einspielen.
- Alles testen: Touch über die ganze Fläche, beide Kameras, Lautsprecher, Mikrofon, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, Laden, WLAN, Mobilfunk.
- Entsperrcode ändern, falls Du ihn herausgegeben hast.
- In den Einstellungen nachsehen, ob ein Hinweis auf ein nicht originales Teil erscheint — und ob das zu dem passt, was vereinbart war.
Steht die Reparatur erst noch an? Wenn das Display gesprungen ist, lies Handy-Display kaputt, beim schwachen Akku Handy-Akku tauschen. Was für Smartphones rechtlich gilt, steht auf der Seite Smartphones reparieren lassen.
Häufige Fragen
- Gehen bei einer Handyreparatur die Daten verloren?
- Bei einem Display- oder Akkutausch normalerweise nicht. Ein Risiko besteht bei Arbeiten an der Hauptplatine, beim Austausch gegen ein Ersatzgerät und wenn der Service das Gerät für einen Test zurücksetzt. Viele Werkstätten und Hersteller weisen darauf hin, dass sie für Daten nicht haften. Deshalb: vorher sichern, immer.
- Muss ich der Werkstatt meinen Entsperrcode geben?
- Eine Pflicht dazu gibt es nicht. Manche Werkstätten möchten den Code, um nach der Reparatur Kamera, Touch und Sensoren zu testen. Alternativen: ein Reparatur- oder Wartungsmodus, wie ihn etwa Google Pixel und Samsung Galaxy anbieten, oder das Gerät vorher sichern und zurücksetzen. Gibst Du den Code doch heraus, ändere ihn danach.
- Was ist der Reparaturmodus beim Handy?
- Ein eigener Bereich auf dem Gerät, in dem die Werkstatt testen kann, ohne an Deine Fotos, Nachrichten und Konten zu kommen. Google nennt ihn bei Pixel-Geräten Reparaturmodus, Samsung bei Galaxy-Geräten Wartungsmodus. Er schützt die Privatsphäre, ersetzt aber keine Sicherung: Geht bei der Reparatur etwas schief, sind die Daten trotzdem weg.
- Muss ich „Wo ist?" bzw. „Mein Gerät finden" ausschalten?
- Häufig ja. Viele Hersteller verlangen das vor der Annahme, weil sonst die Diebstahlsperre aktiv bleibt und das Gerät nach dem Tausch von Teilen nicht eingerichtet werden kann. Was Dein Hersteller verlangt, steht in seiner Reparaturanleitung; den Link findest Du auf unserer Markenseite.