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Handy-Wasserschaden: Was sofort hilft (und Reis nicht)

Kurz: Sofort ausschalten, nicht laden, Hülle und SIM-Fach raus, außen abtrocknen und das Handy offen an einem trockenen Ort liegen lassen. Kein Föhn, kein Reis, kein Schütteln. War es Salzwasser, Chlorwasser oder ein Getränk, gehört es zügig in eine Werkstatt — dort beginnt sonst die Korrosion.

Ein Wasserschaden ist selten sofort tödlich für ein Handy. Was es tötet, ist Strom auf nassen Leiterbahnen und die Korrosion in den Tagen danach. Deshalb entscheiden die ersten Minuten.

Was Du sofort tust

  1. Raus aus dem Wasser und ausschalten. Nicht testen, ob noch alles geht. Jeder Stromfluss über nasse Kontakte kann einen Kurzschluss auslösen.
  2. Kein Ladekabel. Auch nicht „nur kurz", um zu sehen, ob es lädt. Viele Handys warnen inzwischen selbst, wenn sie Flüssigkeit in der Ladebuchse erkennen.
  3. Hülle, SIM-Fach, Speicherkarte raus. Unter der Hülle hält sich Wasser am längsten.
  4. Außen abtrocknen. Mit einem fusselfreien Tuch. Das Handy mit der Ladebuchse nach unten leicht gegen die Hand klopfen, um Wasser aus den Öffnungen zu holen — nicht kräftig schütteln, das verteilt es nur.
  5. Liegen lassen. An einem trockenen, luftigen Ort bei Zimmertemperatur. Ein Ventilator, der kühle Luft über die Öffnungen bläst, ist in Ordnung.

Was Du lässt

Süßwasser, Salzwasser, Getränke

Leitungswasser oder Regen ist der günstigste Fall. Wenn das Gerät rechtzeitig ausgeschaltet wurde, trocknet es oft ohne Folgen. Salzwasser, gechlortes Badewasser und Getränke sind anders: Sie hinterlassen Rückstände, die nach dem Trocknen weiterarbeiten. Zucker klebt, Salz und Säure lassen Kontakte korrodieren. Das Gerät funktioniert dann vielleicht noch ein paar Tage und fällt später aus.

In diesen Fällen lohnt es, das Handy zügig zu einer Werkstatt zu bringen, die Platinen reinigt. Dort wird das Gerät geöffnet, der Akku abgeklemmt und die Platine gereinigt, häufig im Ultraschallbad mit Reinigungsflüssigkeit. Das geht nur, solange die Korrosion noch nicht fortgeschritten ist.

Und die Schutzart? IP67, IP68

Viele Handys tragen eine IP-Schutzart gegen Staub und Wasser. Sie ist im Labor geprüft, unter festgelegten Bedingungen mit Süßwasser — und sie gilt für ein neues Gerät mit intakten Dichtungen. Ein Sturz, ein früherer Displaytausch oder einfach die Jahre schwächen die Abdichtung. Eine hohe Schutzart macht einen Wasserschaden unwahrscheinlicher, aber sie ist kein Freibrief. Und sie heißt nicht, dass der Hersteller für Wasserschäden einsteht.

Wer zahlt?

Die Gewährleistung nicht — ein Wasserschaden ist kein Mangel, der beim Kauf angelegt war. Die Herstellergarantie in aller Regel auch nicht; Flüssigkeit ist in den Bedingungen üblicherweise ausgeschlossen, und viele Geräte haben innen Indikatoren, die sich bei Kontakt mit Wasser verfärben. Bleiben eine Handyversicherung, falls Du eine hast, und manchmal die Hausratversicherung, je nach Vertrag. Die Unterschiede zwischen Gewährleistung und Garantie erklärt der Ratgeber Gewährleistung, Garantie, Kulanz.

Für die Reparatur selbst gilt wie bei jedem Smartphone: Seit dem 31. Juli 2026 muss der Hersteller auf Verlangen reparieren, gegen angemessenes Entgelt — was das Recht auf Reparatur umfasst. Ob ein Wasserschaden wirtschaftlich zu reparieren ist, entscheidet sich an der Platine.

Daten retten

Startet das Handy nach dem Trocknen wieder, sichere sofort — bevor Du irgendetwas anderes tust. Spätfolgen durch Korrosion kommen oft erst nach Tagen. Startet es nicht, ist der Speicher deshalb nicht verloren: Er sitzt auf der Hauptplatine und übersteht Wasser oft. Eine Werkstatt kann die Platine reinigen und das Gerät so weit in Gang bringen, dass eine Sicherung möglich ist. Wie Du das Handy vor jeder Reparatur vorbereitest, steht im Ratgeber Handy zur Reparatur: Daten sichern.

Wo Du Hilfe findest

Den Kundendienst Deines Herstellers findest Du über die Markensuche, zum Beispiel bei Samsung, Apple oder Xiaomi. Allgemeines zur Geräteart steht auf der Seite Smartphones reparieren lassen. Ist nach dem Trocknen nur das Display fleckig, lies weiter bei Handy-Display kaputt.

Häufige Fragen

Hilft es, das nasse Handy in Reis zu legen?
Nein. Reis zieht die Feuchtigkeit nicht aus dem Inneren des Geräts, und Körner oder Stärkestaub können in Ladebuchse und Lautsprecheröffnungen geraten. Apple rät in seiner Support-Anleitung ausdrücklich davon ab. Besser: ausschalten, außen abtrocknen, offen an einem trockenen, luftigen Ort liegen lassen und bei Salzwasser oder Getränken zügig in die Werkstatt.
Wie lange muss ein nasses Handy trocknen?
Eine feste Zeit gibt es nicht; sie hängt davon ab, wie viel Wasser eingedrungen ist. Lass das Gerät ausgeschaltet und ohne Ladekabel mindestens so lange liegen, bis die Ladebuchse sichtbar trocken ist und eine eventuelle Flüssigkeitswarnung verschwunden ist. Schalte es lieber zu spät als zu früh wieder ein.
Zahlt die Garantie einen Wasserschaden?
In aller Regel nicht. Herstellergarantien schließen Flüssigkeitsschäden üblicherweise aus, und für die Gewährleistung ist ein Wasserschaden kein Mangel, der beim Kauf vorlag — auch nicht bei Geräten mit hoher Schutzart. Lies die Garantiebedingungen Deines Herstellers und prüfe, ob eine Handyversicherung besteht.
Kann ich meine Daten nach einem Wasserschaden noch retten?
Oft ja, wenn schnell gehandelt wird. Der Speicher sitzt auf der Hauptplatine und übersteht Wasser häufig, solange keine Korrosion einsetzt. Startet das Handy noch, sichere sofort. Startet es nicht, kann eine Werkstatt die Platine reinigen und das Gerät so weit in Gang bringen, dass eine Sicherung möglich ist. Ohne vorherige Sicherung ist das ein Fall für Spezialisten.

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