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Reparaturindex: Was die Reparierbarkeitsklasse sagt

Kurz: In Deutschland ist „der Reparaturindex" die Reparierbarkeitsklasse auf dem EU-Energielabel. Sie steht seit dem 20. Juni 2025 auf neu in Verkehr gebrachten Smartphones und Tablets und reicht von A (gut reparierbar) bis E. Sie bewertet Bauweise, Werkzeug, Ersatzteile und Reparaturinformationen — nicht den Preis der Reparatur.

Wer „Reparaturindex" sucht, meint meist eine von drei Sachen: die Klasse auf dem neuen EU-Label, den französischen indice de réparabilité, den man von Herstellerseiten und Testberichten kennt, oder ganz allgemein die Frage, wie gut sich ein Gerät reparieren lässt. Dieser Text sortiert die drei.

Das EU-Label für Smartphones und Tablets

Seit dem 20. Juni 2025 müssen Smartphones und Slate-Tablets, die neu auf den EU-Markt kommen, ein Energielabel tragen. Grundlage ist die Delegierte Verordnung (EU) 2023/1669; parallel gelten Ökodesign-Anforderungen aus der Verordnung (EU) 2023/1670. Laut der Produktseite der EU-Kommission zeigt das Label:

Das Label gilt nicht für Tablets mit vollwertigem Computer-Betriebssystem, nicht für Geräte mit aufrollbarem Display und nicht für Hochsicherheitstelefone. Und es gilt nur für Modelle, die ab dem Stichtag in Verkehr gebracht wurden — für Dein drei Jahre altes Handy gibt es keins.

Was die Reparierbarkeitsklasse bewertet

Die Klasse fasst mehrere Kriterien zusammen, die die Verordnung festlegt. Im Kern geht es um die Frage: Wie aufwendig ist es, die Teile zu tauschen, die am häufigsten kaputtgehen — Akku, Display, Rückseite, Kamera, Ladebuchse? Bewertet wird unter anderem:

Welche Kriterien genau zählen und wie sie gewichtet werden, steht im Anhang der Verordnung. Für den Alltag reicht: A ist besser als E, und der Unterschied liegt in Bauweise und Zugang, nicht im Glück.

Was die Klasse nicht sagt

Was die Ökodesign-Regeln zusätzlich verlangen

Unabhängig von der Klasse gelten für neue Smartphones und Tablets Mindestanforderungen. Laut der Kommissionsseite müssen kritische Ersatzteile innerhalb von fünf bis zehn Arbeitstagen lieferbar sein, und zwar bis sieben Jahre nach dem Verkaufsende des Modells. Betriebssystem-Upgrades muss es mindestens fünf Jahre nach dem Verkaufsende geben. Und der Akku muss mindestens 800 Ladezyklen überstehen und danach noch mindestens 80 Prozent seiner Anfangskapazität haben. Diese Pflichten machen aus einer guten Klasse erst eine Reparatur, die auch in fünf Jahren noch möglich ist. Wie Du an die Teile kommst, steht im Ratgeber Ersatzteile finden.

Der französische Index

Frankreich war früher dran. Der indice de réparabilité wird laut französischem Umweltministerium seit dem 1. Januar 2021 für mehrere Produktgruppen eingeführt, als Note auf einer Skala bis 10, farbig von Rot bis Dunkelgrün. Viele Hersteller zeigen ihn auch auf ihren deutschen Seiten, weil sie ohnehin für Frankreich rechnen.

Für Fernseher und Waschmaschinen hat Frankreich ihn durch den indice de durabilité ersetzt, der neben der Reparierbarkeit auch Zuverlässigkeit bewertet. In Deutschland sind beide Indizes nicht vorgeschrieben. Sie sind trotzdem ein brauchbarer Hinweis, wenn ein Hersteller sie angibt — solange Du weißt, dass die Note in Frankreich vergeben wurde und nicht von einer deutschen Stelle.

So nutzt Du die Klasse beim Kauf

  1. Label anschauen. Händler müssen es im Laden und im Onlineshop zeigen, online meist als kleines Symbol neben dem Preis.
  2. QR-Code scannen. Er führt zur EU-Produktdatenbank EPREL mit dem vollständigen Datenblatt.
  3. Klasse, Akkuzyklen und Sturzklasse zusammen lesen. Ein Gerät, das selten kaputtgeht und sich gut reparieren lässt, schlägt eines, das nur in einer Disziplin glänzt.
  4. Den Hersteller prüfen. Gibt es einen eigenen Ersatzteilshop, ein Self-Repair-Programm, frei zugängliche Anleitungen? Das steht je Marke in unserer Markensuche, etwa bei Fairphone, Apple oder Samsung.
  5. Die Geräteart ansehen. Auf der Seite Smartphones reparieren lassen steht, was für alle Hersteller gilt.

Wenn Dein Handy schon kaputt ist, hilft die Klasse nur noch bei der Frage, wie schwer die Reparatur wird. Was dann zu tun ist, steht in den Ratgebern Handy-Display kaputt und Handy-Akku tauschen.

Häufige Fragen

Gibt es in Deutschland einen Reparaturindex?
Einen eigenen deutschen Index gibt es nicht. Seit dem 20. Juni 2025 tragen aber Smartphones und Slate-Tablets, die neu in der EU in Verkehr gebracht werden, das EU-Energielabel mit einer Reparierbarkeitsklasse von A bis E — auch in Deutschland. Für Waschmaschinen, Kühlschränke und andere Hausgeräte zeigt das Energielabel bisher keine Reparierbarkeitsklasse.
Was bedeutet Reparierbarkeitsklasse A?
Das Gerät hat in der Bewertung der EU am besten abgeschnitten: Die wichtigsten Teile lassen sich mit wenig Schritten und gängigem Werkzeug tauschen, Ersatzteile und Reparaturinformationen sind gut zugänglich. Die Klasse sagt nichts über den Preis einer Reparatur und nichts darüber, wie oft ein Gerät kaputtgeht.
Wo finde ich die Reparierbarkeitsklasse eines Handys?
Auf dem EU-Energielabel, das beim Verkauf im Laden und im Onlineshop gezeigt werden muss. Über den QR-Code auf dem Label kommst Du zum Eintrag in der EU-Produktdatenbank EPREL mit weiteren Angaben. Für ältere Modelle, die vor dem 20. Juni 2025 in Verkehr gebracht wurden, gibt es das Label nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Reparaturindex und Haltbarkeitsindex?
Beide stammen aus Frankreich. Der Reparaturindex (indice de réparabilité) bewertet seit 2021 auf einer Skala bis 10, wie leicht sich ein Gerät reparieren lässt. Für Fernseher und Waschmaschinen hat Frankreich ihn durch den Haltbarkeitsindex (indice de durabilité) ersetzt, der zusätzlich Zuverlässigkeit und Robustheit einbezieht. In Deutschland gelten beide nicht.

Quellen gelesen am 5. Oktober 2026: EU-Kommission (Energy Efficient Products), französisches Ministerium für den ökologischen Wandel.

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